Low-Band-POTA in München am 02.10.2026
Am 02.10.2026 haben sich um 18:30 Uhr Ortszeit im POTA-Park DE-0546 Hachinger Tal DG5YL, DG6LP, DL1MIE, DG0WOL, DH1MFS und DB7GKA zur spätabendlichen Low-Band-POTA-Aktivierung eingefunden.

Zuerst wurde der Dipol mit zweimal 40 Meter Draht vom Typ "DX Wire UL" aufgebaut und an einem 12 Meter langen Spiderbeam-GFK-Mast als Inverted-V abgespannt. Dieser leichtgewichtige Draht war dringend erforderlich, da sich der GFK-Mast auch mit diesem Draht bereits ordentlich gebogen hat. Die effektive Aufbauhöhe des Dipolspeisepunktes befand sich dann ungefähr 11 Meter über Grund. Da für die Speisung des Dipols nur ein 1:1-Spannungsbalun und keine dedizierte Mantelwellensperre zur Verfügung stand, wurde zum Erreichen einer zumindest minimalen Sperrwirkung das Koaxkabel vor dem TRX bzw. vor dem Tuner frei aufgewickelt. Eine provisorische Mantelwellensperre als Koaxkabelwicklung direkt beim Spannungsbalun an der Spitze des GFK-Mastes war leider nicht möglich, da das zusätzliche Gewicht den Mast noch weiter belastet hätte.
Beim Einmessen und Anpassen der Antenne hat sich gezeigt, dass der Dipol sehr schmalbandig war. Zusätzlich mussten die Dipolschenkel in mehreren Schritten gekürzt werden, um die Antenne auf dem 160-Meter-Band einigermaßen resonant zu bekommen. Nach der Abstimmung wurde als TRX ein Icom IC-7300 mit einem dazu passenden externen LDG-Tuner AT-100 Pro II an die Antenne angeschlossen. Nach dem Einschalten des Funkgeräts und dem Überfliegen des 160-Meter-Bands hat sich ein QRM-Level von S9 gezeigt. Obwohl der POTA-Park DE-0546 sich im urbanen Gebiet befindet, hat diese Höhe des QRM trotzdem sehr überrascht. Auf dem 80-Meter-Band war ein eher moderates QRM von S3 bis S4 vorhanden.
Als es nach dem einstündigen Aufbau bereits dunkel wurde, haben DG5YL und DG6LP sogleich mit den ersten CQ-Rufen auf 160 Meter angefangen. Wegen der sehr geringen Resonanz auf die CQ-POTA-Rufe und dem sehr hohen QRM-Level wurde dann auf das 80-Meter-Band gewechselt. Hier hat sich das QRM in Grenzen gehalten und durch die höhere Anzahl an POTA-Chaser ist die Aktivierung auch gleich geschmeidiger über die Bühne gegangen. Ein besonderes Highlight waren die Park-To-Park-QSOs mit anderen Draußenfunkern, die ebenfalls eine zeitgleiche Low-Band-POTA-Aktivierung veranstaltet haben. Hier wurde dann zwischen allen anwesenden YLs und OMs das Mikrofon durchgereicht, um der Gegenseite gleich mehrere Park-To-Park-QSOs mit unterschiedlichen Operatoren zu bescheren. Die ersten Multi-OP-Park-To-Park-QSOs wurden mit DA2PK geführt, der die Referenz DE-0830 "Ruhrtal-Radweg National Historic Trail" ebenfalls auf 80 Meter aktiviert hat. Die zweite Runde an Multi-OP-Park-To-Park-QSOs hat dann mit DO1EDK, DK5CH, DD1KC sowie DO6MKG in DE-0314 "Hohenstein Recreation Park" stattgefunden. Hier hat dann jeder Operator des einen Parks alle Operatoren des anderen Parks gearbeitet, was dann zur entsprechenden Anzahl an Park-To-Park-QSOs geführt hat.











Am Nachmittag vor der abendlichen Low-Band-Aktivität wurde der als Inverted-V aufzubauende Dipol über die Webseite portable-antennas.com simuliert, um einen Eindruck über die Strahlungscharakteristik der Antenne zu erhalten. Die durch die Simulation entstandenen Strahlungsdiagramme zeigten sehr schön, dass die Antenne aufgrund der geringen Aufbauhöhe eine ziemlich ausgeprägte Steilstrahlung für NVIS-Ausbreitung erzeugen wird. Dies hat sich dann bei der Aktivierung auch bestätigt, da nahezu ausschließlich mitteleuropäische Funkamateure auf die CQ-Rufe geantwortet haben.



Die gemeinschaftliche Low-Band-POTA-Aktivität mitsamt dem dazugehörigen Aufbau, Abbau und dem obligatorischen Fachsimpeln hat sehr viel Spaß gemacht. Es hat sich auch gezeigt, dass der Aufbau eines Full-Size-Dipols für das 160-Meter-Band doch eine andere Hausnummer darstellt, als der Aufbau einer Antenne für die meistgenutzten POTA-Bänder von 10 bis 40 Meter.